Prognose zum Anstieg von Zivilisationskrankheiten bis 2050

Die Gesundheitsversorgung der Menschen in westlichen Gesellschaften verbessert sich stetig, dennoch nehmen bestimmte Zivilisationskrankheiten statistisch gesehen immer mehr zu. Das liegt auch an der steigenden Lebenserwartung, denn viele dieser Krankheiten treten erst in höherem Alter auf. Eine andere Ursache dürfte die ungesunde Lebensweise sein. Stress, mangelnde Bewegung, Fehlernährung und legale wie illegale Drogen beeinträchtigen unsere Gesundheit.

Statistische Erwartung zum Anstieg der Zivilisationskrankheiten

Statistik: Prognose zum Anstieg von Zivilisationskrankheiten bis 2030 und 2050 gegenüber dem Jahr 2007 | Statista
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Das Fachportal Statista, das Daten aus 18.000 Quellen zu rund 80.000 Themen zusammenfasst, hat Prognosen zum Anstieg der Zivilisationskrankheiten bis 2030 und bis 2050 zusammengefasst. Statista ist ein privates Unternehmen, seine Partner sind unter anderem das DIW, das Demoskopie-Institut Allensbach, die Verlagsgruppe Handelsblatt, das EHI-Retail Institute und die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Die Datenerhebung und die statistische Aufbereitung der Daten gelten als sehr zuverlässig. Bezüglich des Anstiegs von Zivilisationskrankheiten fassen wir nur die Ergebnisse der Prognose bis 2050 zusammen. Basis der Daten mit einem Indexwert 100 war das Jahr 2007. Demnach nehmen die nachfolgend genannten Krankheiten wie folgt zu:

  • Hypertonie: um 2 %
  • Diabetes mellitus: um 22 %
  • Krebs: um 27 %
  • Schlaganfall: um 62 %
  • Herzinfarkt: um 76 %
  • Demenz: um 113 %

Bemerkenswert an dieser Statistik ist die Tatsache, dass bei der Prognose durchaus ein verbesserter medizinischer Fortschritt in Rechnung gestellt wird. Dennoch lassen sich bestimmte Risiken offenbar nicht reduzieren, was offenbar direkt den oben genannten Tatsachen und Ursachen geschuldet ist: Die Menschen leben länger, gleichzeitig leben sie offensichtlich nicht gesünder als noch vor Jahrzehnten. Am Beispiel des Schlaganfalls wird das besonders deutlich.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Schlaganfall ist eher eine Alterskrankheit und hat auch genetische Ursachen. Beides können wir nicht verändern. Welche Risikofaktoren begünstigen aber außerdem einen Schlaganfall? Es gibt sie, auch Gegenmaßnahmen kann der Einzelne treffen. Die Kombination der Risikofaktoren Bluthochdruck, Bewegungsmangel und Rauchen gilt beispielsweise als besonders prekär. Die Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind im Einzelnen:

  • Alter
  • genetische Veranlagung
  • Kombination aus Diabetes mellitus, erhöhten Cholesterinwerten, Bluthochdruck und Rauchen mit signifikant höherem Arteriosklerose-Risiko
  • Herzkrankheiten, insbesondere Herzklappenerkrankungen und Vorhofflimmern
  • mangelnde Bewegung und Übergewicht
  • zu hoher Alkoholkonsum
  • einige Migräneformen

Betroffene können und müssen gegensteuern, vor allem aber sollten sie sich spätestens ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig untersuchen lassen. Eine der größten Hürden dürfte es sein, das Rauchen aufzugeben. Doch nach fünf Jahren als Nichtraucher ist das Risiko für ehemalige Raucher auf Normalwerte gesunken – jedenfalls bezogen auf das Schlaganfallrisiko Rauchen.

Dott. Valerio Sarmati

Dott. Valerio Sarmati

Prof. für Neurotraumatologie an der Universität „La Sapienza“ in Rom.

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