Schlaganfall – Alkoholkonsum erhöht das Risiko

schlaganfall alkoholkonsumDas Risiko eines Schlaganfalls kann nicht nur durch erbliche Faktoren erhöht werden, sondern auch durch andere Umstände, die der Mensch beeinflussen kann. Durch die persönliche Lebensweise des einzelnen Menschen kann die Gefahr gemindert oder gesteigert werden. So kann ein ausgiebiger Alkoholkonsum die Gefahr eines ischämischen Schlaganfalls oder einer Hirnblutungen deutlich erhöhen. Dies wird durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt.

Schlaganfall und Alkohol

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nach den ersten Stunden des Alkoholgenusses die Schlaganfallgefahr deutlich ansteigt. Bei den betroffenen Konsumenten treten in dieser Zeit doppelt so viele Schlaganfälle auf. Außerdem erhöht der regelmäßige Alkoholkonsum auch langfristig das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Der Alkohol ist grundsätzlich einer der größten Risikofaktoren. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem der Wissenschaftler Martin O´Donnel, der an der kanadischen McMaster-Universität lehrt. Er untersuchte die Daten von 3000 Patienten, die einen Schlaganfall erlitten hatten. Diese Daten wurden mit den Werten von 3000 weiteren Menschen verglichen, die gesund geblieben waren. Die Ergebnisse wurden in der Interstroke-Studie publiziert, die Alkohol als einen der zehn äußeren Faktoren benennt, die für 90 Prozent aller Schlaganfälle verantwortlich sind.

Mythen zum geringen Konsum

Oftmals wird die Behauptung verbreitet, dass das Schlaganfall-Risiko durch den geringen Konsum von Alkohol vermindert wird. Dabei wird das berühmte Glas Wein erwähnt, mit dem die Gefahr angeblich gemindert werden kann. Zwar haben einige Studien belegt, dass der geringe Genuss von alkoholischen Getränken das Risiko etwas senkt, doch dies trifft nur auf den Hirninfarkt zu. Dabei handelt es sich um eine Form des Schlaganfalls, der durch die mangelnde Durchblutung der Hirnregionen entsteht. Tatsächlich steigt mit jedem Tropfen Alkohol die Gefahr, dass der Konsument eine Hirnblutung erleidet. Dabei handelt es sich um die andere Form des Schlaganfalls. Während durch den geringen Konsum das Risiko des Hirninfarktes vermindert wird, steigt zugleich die Gefahr, die andere Form des Schlaganfalls auszulösen. Viele Wissenschaftler raten daher grundsätzlich vom Alkoholkonsum ab.

Verschiedene Grenzwerte

Andere Experten weisen aber darauf hin, dass durch den Konsum von Alkohol keine zusätzlichen Risiken entstehen, solange gewisse Grenzen eingehalten werden. Dabei geht es aber um geringste Mengen, die auch nur dann vertretbar sind, wenn keine genetische Belastung besteht. Bei Frauen ist der Grenzwert bereits ab der Menge von zehn Gramm reinem Alkohol erreicht, der tagtäglich konsumiert wird. Dabei kann es sich um die geringe Menge von 0,3 Liter Bier oder 0,15 Liter Wein handeln. Männer können wiederum täglich maximal 24 Gram reinen Alkohol zu sich nehmen. Konkret handelt es sich dabei um 0,5 Liter Bier oder 0,25 Liter Wein. Wer diese Grenzwerte überschreitet, erhöht das Risiko eines Schlaganfalls deutlich. Grundsätzlich raten die Experten daher, auf den tagtäglichen Konsum von alkoholischen Genussmitteln zu verzichten. So wird nicht nur das Risiko einer Alkoholabhängigkeit, sondern auch die Gefahr eines Schlaganfalls gemindert.

Dott. Valerio Sarmati

Dott. Valerio Sarmati

Prof. für Neurotraumatologie an der Universität „La Sapienza“ in Rom.

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