Wie man die gelähmte Hand im Laufe des Tages positioniert

handEs gibt kleine Details, auf die man im Laufe des Tages achten sollte. Dadurch kann man die Rehabilitation und die Wiederherstellung der Funktionen nach einem Schlaganfall effektiver machen.

Eine besondere Aufmerksamkeit verdient das Management der von Hemiparese betroffenen Hand.

In vielen Fällen zeigt der vom Schlaganfall betroffene Patient eine Hypertonie oder eine Spastizität des Arms und der Hand. Dadurch wird eine tendenzielle Flexion des Ellenbogens, des Handgelenks und der Finger hervorgerufen. Außerdem versteift die Schulter und der Arm presst sich an den Körper.

In der oben beschriebenen Situation bleibt die Hand im Laufe des Tages für lange Zeit geschlossen, sie ruht auf dem inneren Oberschenkel oder wird mit der anderen Hand auf dem Schoß gehalten.

Wenn so ein Fall eintritt, bekommen im Laufe des Tages weder die Hand, noch das Gehirn Anreize, die für die Wiederherstellung ihrer Funktionen nützlich sind, also für die Wiederherstellung des Greifens und der Manipulation.

Außerdem steht die Hand auf diese Weise nicht unter einer visuellen Kontrolle. Aber auch wenn der Patient in diesem Moment die Hand nicht bewegen kann, ist es trotzdem besser, wenn er lernt, wie sie positioniert werden soll, und zwar in Zusammenhang mit den Aktivitäten, die er im Laufe des Tages durchführt.

Die Übungen der Neurokognitiven Rehabilitation für die Wiederherstellung des Greifens versetzen den gelähmten Patienten in die Lage, zu lernen, wie er die Bewegung der Hand kontrollieren kann, angefangen mit der Kontrolle der Spastizität.

Viele Patienten „kümmern“ sich im Laufe des Tages um die Hand und schaffen es, sie zu entspannen. Die Übungen verschaffen dem Patienten Erfahrungen, die für Wahrnehmung und Bewusstsein nützlich sind, und dadurch stellen sie eine wertvolle Hilfe dar, um die Hand im Laufe des Tages „offen“ und „entspannt“ zu erhalten.

Um diesen Prozess zu erleichtern, ist es sinnvoll, dass der Patient – mit Hilfe seiner Familienangehörigen – sich bemüht, die gelähmte Hand im Rahmen der alltäglichen Handlungen zu positionieren. Er muss diese Handlungen nach und nach durch seine Teilnahme sozusagen „kolonisieren“, auch wenn er keine deutlich wahrnehmbare Bewegung durchführen kann.

Die Hand während der Mahlzeiten am Tisch positionieren

In der Regel sitzt der Patient mindestens dreimal am Tag an einem Tisch, um zu essen. In diesen Situationen ruht die gelähmte Hand häufig geschlossen auf seinem Schenkel – aus dem Kontext herausgerissen und außerhalb einer visuellen Kontrolle. Mein Vorschlag ist, sie auf den Tisch zu legen.

In den Fällen, in denen die Hypertonie noch sehr intensiv ist, ist die Position der Hand einigermaßen durch die Krümmung des Ellbogens vorbestimmt, denn sie erlaubt, dass die Hand nur zwischen Brust und Teller ruhen kann.

Später – den Verbesserungen entsprechend, die durch die Rehabilitation erzielt worden sind -, wird es möglich sein, die Hand neben den Teller zu legen, am besten geöffnet.

Auf diese Weise hat der Patient schon ein paar Stunden des Tages „kolonisiert“.

Die offene Hand auf einer Ebene oder auf dem Oberschenkel zu halten, ist gleichwertig, wie das Ergreifen eines Gegenstandes.

Ich meine, wenn der Patient es schafft, seine offene Hand an die Oberfläche eines Tisches, an ein Kissen oder einfach an seinen Oberschenkel anzupassen, passt er sie ebenso an einen Gegenstand an.

Obwohl keine echte Manipulation des Gegenstandes geschieht, entsteht eine funktionale Beziehung mit dem Objekt.

Im Grunde können wir auch Oberschenkel oder Tisch als Gegenstände betrachten, die zu „greifen“ sind. Und deswegen ist es sehr nützlich, im Laufe des Tages diese Erfahrung mehrmals zu machen.

In Rollstuhl, auf Stuhl und Sofa ein hartes und flaches Kissen auf den Oberschenkeln legen

Wenn der Patient die meiste Zeit sitzt – bei einer guten Rehabilitation vorzugsweise auf einem Stuhl -, empfehle ich, ein hartes und flaches Kissen auf die Oberschenkel zu legen. Auf diese Weise kann der Patient seine gelähmte Hand direkt vor sich haben und sie somit leichter kontrollieren und offen halten.

Es ist tatsächlich einfacher, die Hand an eine flache Oberfläche anzupassen anstatt an die Wölbung des Oberschenkels.

Bei der Benutzung des Computers

Dies ist nur ein Beispiel für Tätigkeiten, die ein gelähmter Patient, der sich im Hause aufhält, täglich durchführen kann. Auch in diesem Fall ist es angebracht, die Hand auf der Arbeitsebene zu positionieren. In der Tat ist es schwierig, begründet darauf zu hoffen, die Greif- und Manipulationsfunktionen der Hand wiederherstellen zu können, wenn sie an dem operativen Umfeld nicht beteiligt wird – um ein bekanntes Sprichwort zu paraphrasieren: “Aus den Augen, aus dem Gehirn“.

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Dr. Valerio Sarmati

Dr. Valerio Sarmati

Prof. für Neurotraumatologie an der Universität „La Sapienza“ in Rom.

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